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Moçambique #4 Feiertage

Obwohl wir noch nicht mal 2 Monate hier sind, haben wir doch schon jede Menge Feierlichkeiten mitbekommen. Sowohl offizielle mosambikanische Feiertage, als auch kleinere private Feste, denen wir schon beiwohnen durften. Um mal von dem Gewusel unseres „Alltagsstress“ wegzukommen, indem es in meinem letzten Beitrag ging, wollte ich mich in diesem Beitrag gerne mit den besonderen Momenten befassen. 

Die Doppelhochzeits-Taufe

Bitte was? Genau das. Als Irma Leila uns vergangene Woche fragte, ob wir sie nicht auf eine Hochzeit und auf eine Taufe begleiten wollen, waren wir natürlich sofort begeistert. Ich war bis jetzt erst auf 2 Hochzeiten und war total glücklich dadrüber, schon so schnell eine waschechte afrikanische Hochzeit stürmen zu dürfen. Also ging es Sonntag nicht wie gewohnt in unsere Kirche hier neben an, sondern in eine etwas außerhalb gelegenere. 


Wir fuhren mit dem Auto und holten auf dem Weg noch den Pfarrer unserer Kirche ab, der die Zeremonie leiten sollte. Wir hielten vor einer sehr kleinen Kirche und wollten uns eigentlich lieber hinten irgendwo unauffällig hinsetzen, weil wir auch so schon viel Aufmerksamkeit auf uns zogen. Doch es war nur noch ganz vorne Platz und Leila winkte uns dorthin.

Es sollten jede Menge Menschen getauft werden. Einige schlafende Babys, Kleinkinder und auch Erwachsene. Ich habe nicht viel verstanden, weil das Meiste auf Macua gesprochen wurde. Wie auch häufig in unserer Kirche. Jedenfalls brauchte ich eine Weile bis ich mitekommen hatte, dass direkt im Anschluss die Trauung sein sollte. Die Männer trugen Anzüge und beiden Damen hatten ganz normale Sachen an: Shirt und Capulana (Tuch als Rock gewickelt).


Irgendwann habe auch ich verstanden, dass dort 2 Pärchen mit jeweiligen Trauzeugen da standen. Und vorallem waren es die beiden Frauen die gerade gatauft wurden. Beide hatten sie jeweils schon Kinder. Also wurden sie wohl getauft um ihre Männer kirchlich heiraten zu können. Alles ging so schnell, dass ich dies zunächst nicht mitbekommen hatte. 


Wem die Kultur hier nicht vertraut ist, würde sagen das es recht emotionslos von statten ging. Kein Kuss, kein Tanz und keine Tränen. Aber mir würde berichtet, dass es hier nicht so üblich ist, seine Emotionen nach Außen zu tragen. Auch ohne Hochzeitstorte und riesen Tamtam war es eine sehr spannende Erfahrung.

Der Tag des Friedens

Am 4. Oktober wurde hier der mosambikanische Frieden gefeiert. Ein sehr bedeutsamer Tag. Witzig, dass es nur ein Tag nach der Deutschen Einheit ist 😀 . Natürlich war frei und wir mussten nicht in der Schule arbeiten. Dennoch waren wir zunächst in der Schule. Denn wir gingen gemeinsam mit unseren Schülern und Kollegen, als Gruppe zum „Rathausplatz“ vor. Ich habe einfach keine Ahnung wie dieser Platz heißt und ob er einen Namen hat. Jedenfalls findet dort alles wichtige statt. 
Es werden ein paar Ansprachen gehalten, die Hymne gesungen und anschließend Blumen auf die Statue gelegt, bevor man anschließend dem Bürgermeister die Hände schütteln muss. 


Als auch wir unverhofft eine kleine Blume in die Hand gedrückt bekommen haben, wurden wir etwas nervös. Was wussten wir denn schon vom Mosambikanischen Frieden? Aber es ist ein Zeichen des Respekts und die Leute freuten sich, dass auch wir vorgingen. Als nächstes ging es weiter zu einem anderen Platz, mit einer Kleinen Bühne. Auch hier wurden wieder kleine Reden gehalten, die aber ihne Mikro so kaum zu verstehen waren. Und dann führten ein paar Kinder aus unserer Escola mit einigen Lehrern einen Tanz auf. Das war wirklich goldig. 

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Tag der Professoren 

Am 12.10. war der mosambikanische Tag der Professoren. An dem Tag war natürlich frei. Deswegen wurde quasi vorgefeiert. Am Tag davor gab es zur Feier des Tages ein Fußballspiel für die ganzen Professores und Monetores, zu denen auch wir gehörten. 

Um 7 Uhr morgens ist eine echt sportliche Zeit um ein Fußballspiel zu absolvieren. Besonders für jemanden der so gerne Fußball spielt wie ich. Aber anders wäre es wahrscheinlich ehe nicht möglich gewesen Fußball zu spielen. Denn schon um die Uhrzeit waren es knapp 30 Grad und wir spielten mitten in der Sonne. 


Ich muss natürlich nicht erwähnen welch Bereicherung ich für die Manschaft war und wir nur durch mein Zutun gewonnen haben. Meine Glanzleistung des Tages war es, zweimal den Ball Richtung Tor zu schießen, als er mir unverhofft in den Schoß fiel.
Die Kinder der Schule jubeln uns die ganze Zeit zu wärend die Lehrer  über das Feld rasen. Das war schon sehr witzig. Im Anschluss wurde der Tag nochmal zusammen mit Brot und Saft gefeiert.


Da am selben Tag noch ein Fest gefeiert wurde, ging es für alle nach draußen und wir setzten uns unter dem riesen Baum, den wir liebevoll, den Baum des Lebens nennen. Die Mädels des Ordens tanzten und sangen zum 300. Jahrestag der Adarecida.



300 Jahre Aparecida

Schon seit Wochen bereiten wir und auf dieses brasilianisch/christlichen Feiertag vor. Lieder wurden geübt und Filme gesehen, um die Geschichte zu kennen. Die brasilianische Schutzpatronin, die wohl für einige Wunder verantwortlich ist, feierte am 12.10. ihren 300. Geburtstag. Natürlich mussten wir uns erstmal von unserer sportlichen Höchstleistung erholen und das Programm ging dann später weiter. Nachmittags führten wir ein Theaterstück auf, welches die Geschichte näher beleuchtet und wir seit Tagen probten. Wir spielten dafür nur ein paar Frauen, die die Masse füllen sollten. Außer das Ave Maria hatten wir zum Glück wenig Text. 


Danach wurde getanzt und gemeinsam ein Film geguckt. Viele Menschen aus dem Dorf sind vorbei gekommen, um das Spektakel zu sehen. Es war ein langer Abend und hatten nich nichts gegessen. Leider hatte uns niemand vorher erzählt, dass es darum ging reinzufeiern. 


So hatten wir nicht gewusst, dass man zwischendurch hätte essen oder schlafen gehen können. Oder zumindest sich umziehen, damit man nicht von Mücken zerstochen wird. Um nicht einzuschlafen und um die Zeit zu überbrücken wurde ein paar mal der Rosenkranz gebetet. Etliche Filme und Ave Marias später, und nachdem alle unterm Baum auf dem Boden eingeschlafen waren, ging es um halb 2 dann ins Bett. Schließlich mussten wir um 6 zum gemeinsamen Beten frisch und munter sein. An sich war das eine sehr interessante Erfahrung, wir hätten nur gern den Ablauf vorher gewusst 😀 .


Am Tag darauf wurde nochmal zusammen mit Reis und Hühnchen gefeiert und gemeinsam gespeist. Und es gab leckeren Kuchen. Auch ein Ständchen wurde natürlich zum Geburtstag gesungen.



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