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Moçambique #3 – Der Alltag

Ein Monat ist es jetzt schon her… Vor einem Monat machte ich mich in Berlin auf, um einen mir ganz unbekannten Kontinent zu entdecken und in eine andere Welt einzutauchen. Wärend sich die ersten Tag total unwirklich anfühlten, hat uns allmählich der Alltag wieder eingeholt und die Zeit rast uns davon. Die letzte Woche verging wie im Flug. Eigentlich wollte ich letzten Samstag schon einen Beitrag schreiben und bin Tatsache einfach nicht dazu gekommen. 

Unser kleines „Wohnzimmer“
Hier ist einfach so vieles anders, sodass ich nicht wirklich weiß wie ich das meinen Freunden und Verwandten verständlich machen kann. Unser Leitungswasser kommt aus dem hiesigen Brunnen und Früchte werden direkt von den Bäumen gepflückt und müssen erstmal von Ameisen befreit werden. Wenn alle nach einander auf Klo müssen, hat der letzte definitiv die Arschkarte, da die Spülung das nicht mitmacht. Wäsche mit der Hand waschen kann schon mal ne Tagesbeschäftigung sein und das Harry Potter Hörbuch ist auch mit Mitte 20 und nach 100 Mal hören großartig und lässt mich schlafen wie ein Baby. Inzwischen haben wir auch immer hin gelernt, dass man mit einem Küchentuch super Kaffee zubereiten kann und Papayas doch gar nicht so eklig sind, wenn man Vitamine benötigt. 
Eingangsbereich unserer Schule „Centro Educational Julia Postel“
 

Eigentlich ist jeder Tag sehr durchgeplant, aber andererseits kann der Plan hier auch jede Sekunde geändert werden. Also weiß man eigentlich nie was einem so erwartet. 

Blick auf die Schule und die Bibliothek

Wenn aber alles nach Plan läuft, arbeite ich Montags bis Mittwochs in der Escolinha (Vormittags und Nachmittags). Das sind, wie bereits erwähnt, die Kindergarten-/Vorschulgruppen. Morgens wird gemeinsam die Hymne geträllert und im Anschluss ist Zeit für die Kinder anzukommen, auf dem Hof zu spielen und sich auszutoben. Schließlich gibt es dann Imput von den Tios und es wird gelernt oder gebastelt. In meiner Gruppe wird immer mal wieder das Alphabet, die Zahlen, die Farben oder die Tiere gelernt. Und das wird dann spielerisch vermittelt. Anschließend gibt es Mittagessen. Wobei Mittagessen um 9:30 Uhr morgens vielleicht nicht der passende Ausdruck ist… Im der Regel gibt es Suppe. Montags gibs aber süßes Chima (erinnert minimal an Grießbrei) und Freitags Brot mit Saft. Nach dem Essen wird gespielt. Entweder auf dem kleinen Sportplatz, dem Spielplatz oder auf dem Hof der Schule. Hier wird sehr viel wert auf Musik gelegt. Alle Kinder tanzen und singen ständig. Witziger Anblick wenn die Kinder im Klassenraum auf einmal anfangen zu twerken, aber so tanzen die hier halt 😀 . Nach einer Kurzen Mittagspause für die Tios. Kommt dann mittags die nächste Gruppe und dann beginnt der gleich Ablauf nochmal von Vorn. Denn es gibt immer eine Morgens- und Abendsgruppe.

Sportplatz der Schule

Donnerstag und Freitag unterrichte ich dann Vormittags die angehenden Schwestern in Englisch und Deutsch. Das macht wirklich sehr viel Spaß, da wir den Unterricht selbst gestalten können. Das hat schon was für sich. Nachmittags sind dann Meike und Moisés dran mit unterrichten und wir dürfen in die Escolinha. Morgens ist dann öfters mal vor der Arbeit Beten angesagt und Donnerstag Abend wird der Rosenkranz gebetet. Also der Glaube wird hier natürlich sehr stark praktiziert. Aber das ist für mich im Grunde kein Problem. Auschlafen wäre nur mal ganz nice.

Kinder aus meiner Gruppe 🙂

Wochenende ist theoretisch frei. Hatte ich schon erwähnt dass hier aber eigentlich nie etwas seinen geregelten Gang geht? Samstag früh (6:30) dürfen wir schon mal zur Bibelstunde erscheinen oder es werden andere Aktivitäten wie Singen und Gartenarbeit eingeplant. An sich eine großartige Sache. Es macht Spaß, wir verbringen Zeit mit den „Einheimischen“ und lernen die Sprache. Aber sowas wie ein Wochenende, wo man machen kann was man will, wäre nicht schlecht. 

Der Spielplatz

Sonntag ist dann wieder frühs Beten, noch bevor es dann für 1 1/2 Stunden zur Kirche geht. Also an sich kann man hier gar nicht ausschlafen. Und Abends kann man nicht viel machen, da es schon halb 6 dunkel wird und wir ab 20:30 in unseren Häusern sein müssen.

Unser Zuhause

Ok, das hört sich jetzt sehr dramatisch an. Aber man bedenke: wir sind mitten in Mosambik. Nachtleben und Ausgehen ist hier ehe nicht. Das wussten wir schon vorher. Und wir können uns ganz gut selbst beschäftigen. Wir spielen, kochen, lesen, entspannen, hören Musik und schauen Filme und Serien auf dem Laptop. Auch watscheln wir dann und wann durch die Gegend oder klettern auf irgendwelche Berge und genießen den Ausblick. Dazu aber ein anderes Mal mehr. Es ist ein sehr harmonisches Zusammenleben und wir haben Spaß zusammen. Das kann man schon sagen. Und die Schwestern und alle Mitarbeiter der Schule sind sehr sehr nett zu uns.

Alles frisch aus dem Garten

Und was das Portugiesisch angeht? Naja gut Ding will Weile haben. Aber man kann sich immer besser mit Händen und Füßen verständigen. Und verstehen tut man auch sehr viel. Aber es ist trotzdem frustrierend, dass man sich nicht so ausdrücken kann wie man es gerne hätte. Und man kommt sich dann doch sehr hilfslos und unbeholfen vor. In solchen Momenten möchte ich immer Laut brüllen: ich bin nicht dumm! Denn die meiste Zeit versteht man nicht alles und schaut fragend um sich, da kommt man sich doch schnell etwas bedeppert vor. Naja aber die Leute wissen ja auch, das wir noch lernen. 

Und ich stelle wieder einmal fest: Ich bin erst einen Monat hier! Aisy beruhige dich, es ist noch kein Meister von Himmel gefallen. 


Aber es gibt auch sehr sehr gute Neuigkeiten: 

1. Aisy hat jetzt ihren Master. Ergo: nie wieder lernen. Ich habe nämlich erst eine Mail von meiner Dozentin bekommen. Yay!

2. Wir haben unser Arbeitsvisum. Wir hatten vorher ja nur ein Touristenvisum für 30 Tage. Aber wir habens nun geschaft. Und ich sage euch, das war eine wilde Reise und das Visum war wirklich nicht geschenkt! Wer mehr dazu wissen mag, der möge bei meinen Mitfreiwilligen vorbeischauen.

Meike und Pia habens auf ihrem Blog sehr anschaulich beschrieben und mir fehlt schlichtweg die Energie etwas dazu zu verfassen 😀

1 comment on “Moçambique #3 – Der Alltag

  1. Anonymous

    Ein sehr interessanter und ausführlicher Bericht. Danke dafür!

    Gefällt 1 Person

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