Afrika Mosambik Travel Volunteer

 Moçambique #1: Die aufreibende Anreise

Ab heute beginnt meine Mosambik-Reihe, die sich rund um meinen Freiwilligendienst in Metarica drehen wird. Diese Beiträge werden hauptsächlich für Freunde und Familie sein, damit sie sehen können was ich erlebe und ich nicht Jedem 100 Mal schreiben muss 😀 . Aber natürlich sind die Beiträge auch für alle Anderen, die es interessiert was man bei einem Freiwilligendienst in Mosambik erleben kann. Ich wünsche euch viel Spaß mit dem ersten Beitrag! 🙂

Verzeiht eventuelle Rechtschreibfehler, da ich erstmal alles über Handy machen muss und das Internet auch nicht so gut ist.
Der Abschied
Da war er also. Der Moment des Abschieds. Ich stehe am Bahnhof und verabschiede mich von meinen Liebsten, die es lieberweise einrichten konnten, mitten in der Woche Mittags am Hauptbahnhof aufzukreuzen. Sie helfen mir noch meine 100 Gepäckstücke in den Zug zu wuchten und bleiben im Halbkreis vor der Tür stehen. Ich bleibe auf der Stufe stehen und winke traurig. Die Tür schließt sich und zu allem Überfluss fährt der Zug ewig nicht los. Wir glotzen uns etwas traurig und bedröppelt durch die Scheibe an. Der Blick von meinem Freund zerreist mir das Herz. Was für ein seltsamer Moment. Als der Zug endlich losfährt, atme ich tief durch und muss wieder weinen. Irgendwie fühle ich mich albern, andererseits darf man da auch schon mal traurig sein. Schließlich verabschiede ich mich grad für 9 Monate von Leuten, die ich sonst beinahe täglich sehe.
Völlig bedröppelt suche ich mir einen freien Sitzplatz und mache Musik an. Natürlich merke ich erst im Zug, dass ich noch die Bibliotheksbücher in der Tasche habe, die ich einer Freundin mitgeben wollte. Ich hatte es natürlich nicht geschafft alle rechtzeitig abzugeben. Verdammt! In Frankfurt angekommen, schnell die Post aufgesucht und weiter zum Flughafen, wo ich die 3 anderen Freiwilligen treffe. 

Es wird panisch umgepackt, da ich nicht vorher gewogen hatte. Aber es klappt alles. Es wird sich verabschiedet und die Koffer werden aufgegeben. Natürlich wird mein Handgepäck für einem Sprengstofftest rausgefischt und natürlich ist der Test positiv. Koffer wird durchsucht. Klar das der zum schluss reingestopfte BH jetzt ganz oben drauf lag. Oh man. Komischer Polizist stellt mir seltsame fragen, die mich verwirren. Aber ich darf weiter. Richtig Unnötig. Endlich im Flieger sitzend, wird nun gegessen, Serien geschaut und völlig unbefriedigend eingeschlafen. Nach ca. 10 Std Flug sind wir endlich in Joannesburg, Südafrika. Ich habe einen steifen Nacken und müsste mir mal dringend die Zähne putzen. Aber der schlimmste Teil ist geschafft. Von Wegen. 


Willkommen in Südafrika 
Wir haben in Johannesburg ca. 2 Stunden Zeit zum umsteigen. Normalerweise kein Problem. Doch wir müssen zunächst ewig an der Passkontrolle anstehen. Da ging sehr viel Zeit verloren. Schließlich haben wir dann endlich unsere Koffer und suchen den Schalter, wo wir wieder unsere Koffer aufgeben müssen. Ein Mann erklärt uns wie wir dahin kommen. Zu verwirrend. Ich habe kein Wort verstanden. Also erstmal raus, einen anderen Weg gibt es anscheinend ehe nicht. Schließlich werden wir von einigen Männern belagert die uns mit dem Koffer helfen wollen. Sie sehen zumindest aus wie Flughafenmitarbeiter. Wir sind etwas überfordert und müssen uns spurten. Boarding hat längst begonnen. Das sagen wir auch den beiden Männern, die dann anfangen zu rennen. Am Schalter ist es dann total wuselig. Gott, wir hätten niemals alleine hierher gefunden. Koffer werden aufgegeben, aber die kommen höchstwahrscheinlich erst morgen an, da für unseren Flug schon alles geschlossen sei. Pia versucht der Frau zu erklären wie wichtig es ist, dass die Koffer heute noch in Nampula ankommen. Die Männer geben unsere Pässe bei der Dame am Schalter ab und ich kriege meinen Pass anschließend wieder in die Hand gedrückt. Schließlich rasen wir zur Sicherheitskontrolle und die Männer verlangen Geld von uns. Niemals. Wir drängeln uns also vor. Sind aber alle wirklich sehr nett. Vorne angekommen, müssen wir die  Pässe mal wieder vorzeigen. Meike findet ihren nicht. Ohje der Flug startet in 15 Minuten. Meike durchsucht ihre Sachen und findet nichts. Wir versuchen ihr zu helfen. Die Männer! Meike rennt zurück, um die Männer oder den Pass zu finden. Wir sortieren uns und Pia findet auf einmal einen zweiten Pass. Meike! Wo ist sie? Sie konnte uns zum Glück noch hören und kommt schnell wieder angerannt. Rufe von den lieben Senioren, die uns vorgelassen haben. Sie wünschen uns viel Glück. Schnell durch die Kontrolle und ab zum Gate. Aber welches Gate? Verdammt! Erstmal rennen! Da ist eine Tafel. Moises ruft uns zu, das wir zur 23 müssen und rennt vor. Wir hinterher. Moises und ich kommen schließlich am Gate an. Es ist geschlossen und kein Mensch da. Der Bus ist auch weg. Toll! Kurze Verzweiflung steigt in mir auf. Ich frage die Frau am Schalter ob es nicht noch irgendeine Chance gibt in diesen Flieger zu kommen. Sie macht ein paar Anrufe und Pia und Meike kommen auch an. Wir sind alle fix und fertig. Nur Moises scheint die Ruhe weg zu haben. Seine Entspanntheit möchte ich mal haben. 

Die nette Dame hat uns einen Bus besorgt der zum Flieger fährt. Das Flugzeug würde warten. Gott sei Dank! Wir fahren mit unserem persönlichen Shuttle zum Flugzeug. Alle sehen uns ungeduldig an und wir werden gefragt wo wir denn waren. Wir wurden schon mehrmals aufgerufen. Ich habe keine Lust darauf zu antworten. Ich bin völlig erledigt. Vor dem Einsteigen kann ich noch sehen, dass mein pinker Koffer in den Flieger gewuchtet wird. Ein Glück! Alles da und wir sitzen endlich im Flieger nach Nampula.


Stopover in Nampula
Was für ein kleines Flugzeug. Abgesehen davon, dass es beinahe leer ist, hat es nur 3 Sitze pro Reihe. Zwei rechts und einen links. Wir entspannen uns und bestaunen die Natur die sich unter uns ausbreitet. Schließlich landen wir in Nampula und müssen komische Zettel ausfüllen und nochmal durch den Sicherheitsscan. Und zack sind wir aus dem Gebäude. So ein kleiner Flughafen ist mir ja noch nie untergekommen. Draußen werden wir von Menschen belagert, die uns mit dem Koffer helfen wollen. Das machen wir nicht nochmal. Aber wir sehen schon Schwester Fatima mit ihrem Begleiter, die uns begrüßen und uns helfen die Koffer auf den Jeep zu laden. 
Wir verbringen zwei ruhige und ereignisslose Tage in einem Haus, das nur sehr dürftig eingerichtet ist. Es ist für den Übergang und eigentlich gehört es auch noch nicht offiziell dem Orden, aber wir können dort erstmal nächtigen. Ich werde mich nie an den Anblick von Kakerlaken gewohnen, aber alles andere schockiert mich nach Thailand auch herzlich wenig. Es ist nicht das Hilton, aber ich habe schon schlimmeres gesehen. Naja gut, fließendes Wasser in der Dusche wäre schon irgendwie nice (Natürlich haben nur dir Herren vernünftige Duschen). Ungeduscht lernen wir noch wie man am Zuckerrohr knabbert und lassen den Abend ruhig ausklingen. 
Samstag holen wir Schwester Fatima vom Flughafen ab. Da sie den langen Weg aus Brasilien gekommen war, bleiben wir noch einen Tag in Nampula. Bis auf einem kurzen Spaziergang durch das Viertel, passiert auch heute nicht viel.


Afrikanisch Reisen
Es ist Sonntag früh. 5:45 Uhr. Jeep wurde gestern schon beladen. Moises und ich steigen mit Ambrosio auf die überfüllte Ladefläche und versuchen uns halbwegs gemütlich hinzusetzten. Schließlich haben wir eine 6 ständige Fahrt vor uns. Ich darf zwischen den beiden Herren sitzen, das verringert meine Rausfall -Wahrscheinlichkeit. Gemütlich ist anders. Ich sitze mit dem Hintern schief in ner Kuhle und werde von den Beiden Männerschultern eingequetscht. Durch die Stadt ist die Fahrt zunächst seltsam, da man als Weißer ziemlich auf dem Präsentierteller sitzt. 

Aber außerhalb der Stadt ist es sehr schön. Zumindest die Landschaft ist atemberaubend. Genau so hat man sich Afrika vorgestellt. Ich schließe jedoch meine Augen, da mir der Wind ganz schön um die Ohren klatscht und ich unwillkürlich Tränen vergieße. Bei 120 km/h kommt dir der Wind auch mit einer ordentlichen Wucht entgegen. Ich sitze aufgrund meiner Größe mit meinem Nacken genau an der Stange und krache hin und wieder dagegen. Unschön. Inzwischen bin ich froh darüber, dass ich so eingequetscht sitze, da die Herren etwas wärme abgeben. Wir fangen an zu zittern. Es ist tatsächlich sehr kalt und der Regen zwischendurch hat die Sache nicht besser gemacht. 
Die Hälfte der Strecke ist geschafft und wir machen eine kleine Pause. Ambrosio fährt ab jetzt weiter und Meike kommt zu uns raus. Ab jetzt gehts Offroad. Wir sind zwar langsamer und können die Natur besser bestaunen, aber die Fahrt ist unruhiger. Hindernisse müssen unfahren werden, oder es wird einfach rüber gebrettert. Die Sonne brennt und unsere Hintern leiden. Wir winken den zuckersüßen Kindern zu und freuen uns wenn sie zurück winken. Die Berge sind Wunderschön und wir fahren an einer Gebirgskette entlang. Meike stellt fest, dass sich vor uns die große Mauer aus „Game of Thrones“ erstreckt. Donnerwetter, recht hat sie. 


Wir kommen nach 6 Stunden letztendlich in Cuamba an und lernen die Novizen dort kennen und machen schnell weiter. Langsam werden wir auch müde und haben Hunger. Natürlich müssen wir aber erst zur Werkstatt, da anscheinend irgendetwas am Reifen nicht richtig ist. Wir werden von betrunkenen Eingeimischen belagert, die irgendwas von uns wollen. Eine Bibel? Schwester Fatima geht dazwischen und wir setzten uns in den Schatten. Mir fallen die Augen beinahe zu. Der Rücken macht sich auch bemerkbar. Reifen ist wieder drauf und wir fahren weiter. Moises geht rein und Pia gesellt sich für den Rest der Strecke zu uns. Noch zwei weitere Stunden und wir habens geschafft. Müde und etwas demuliert. Aber wir sind endlich da. Wir werden von Allen sehr herzlich mit Musikeinlage empfangen. Wir finden endlich zu unserem Haus und richten uns ein. Klein aber fein. Kleines Schlafzimmen mit Hochbetten, Bad und eine Küche mit Essbereich. Mehr braucht man nicht. Moises ist alleine irgendwo am anderen Ende des Geländes. 

Wir haben vor unserem Haus eine kleine Hütte in der wir uns gemeinsam aufhalten können. 
Es wird gegessen und dann haben wir Zeit für uns. Abgekommen. Endlich. Nach 3 Tagen können wir endlich duschen. An das kalte Wasser gewöhnt man sich auch sehr schnell. Man, tut das gut! 
So Mission für die Woche: Ankommen, Sprache aneignen, alle kennenlernen, Schule angucken und vor Allem Kultur und Traditionen kennenlernen. 

3 comments on “ Moçambique #1: Die aufreibende Anreise

  1. Anonymous

    Mir fehlende Worte,meine Liebe!!!!Ich freue mich so sehr auf deine Fortsetzung !Passt auf euch auf und weiterhin viele weitere tolle und intensive Eindrücke!Liebe Grüße Kathrin

    Gefällt mir

  2. Mensch Ait, da habt ihr ja einen turbulenten Trip hinter euch! Schön das du uns so detailliert auf dem Laufenden hältst! Und es liest sich total gut, das du es mit dem Handy geschrieben hast tut deinem tollem Schreibstil keinen Abbruch.
    Ich freu mich schon auf deinen nächsten Eintrag!

    Ich vermisse dich und fühl dich geknutscht!!! ;*

    Gefällt mir

  3. Anonymous

    Schöner Text und super Eindrücke. Hab beim Boarding in Johannesburg voll mitgefiebert 😁
    Lass es dir gut gehen und auf weitere schöne Erfahrungen. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.
    LG Opi aka Chris 😎

    Gefällt mir

Hinterlasst mir gern euren Feedback

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: